Bildauschnitt historisches Rathauses in Walldürn mit Fachwerk

Stadtnachricht

Glasklar: Farbtrennung bei Altglas ist wichtig


Glas gehört zu den ältesten Verpackungsmaterialien. Es ist zwar schwerer und bruch-anfälliger als Kunststoff, hat aber den unschlagbaren Vorteil, dass es praktisch unendlich oft wieder eingeschmolzen und neu geformt werden kann – und das ohne Qualitätsverluste beim Material. Das an sich robuste Glas mit dem erprobtem Recyclingverfahren ist dennoch auf saubere Sammelware angewiesen. Falsche Glas-Sorten verändern die Schmelztemperaturen und damit die Glas-Qualität. Einschlüsse von Fremdstoffen wie Keramik und Metall führen zu Bruchstellen, und stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Zwar werden aufwendige Sortierschritte vor den Schmelzprozess vorgeschaltet, um Qualitäts- und Sicherheitsrisiken auszuschalten, aber die Mithilfe der VerbraucherInnen bleibt unverzichtbar.

Flaschen, Konservengläser, Medizinfläschchen und Cremetiegel aus Glas sind nach Farben getrennt und entleert in die Container zu geben, müssen aber nicht ausgespült werden. Schraubdeckel können inzwischen in der Vorsortierung entfernt werden, und müssen nicht mehr abgeschraubt werden. Blaues und buntes Glas darf nur in die Container für Grünglas. Verpackungen aus weißlich-milchigem Opalglas z.B. von Cremes, Rasierwasser oder Mundwasser sollten in den Weißglas-Container gegeben werden. Beim Verladen werden die farbsortierten Container per Kran über unterteilten Transport-Containern ausgeleert, so dass die Farb-Sortierung auch beim Transport zur Glasfabrik eingehalten werden kann.

Nicht in die Altglas-Container gehört Flachglas, Glas von Autoscheiben, Spiegelglas, feuerfestes und mikrowellen-geeignetes Glas, Kristallglas, Ceranglas-Scherben, Glühbirnen sowie Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren. Keramik- oder Metallteile gehören ebenfalls nicht in die Altglas-Container. Sie führen zu Bruchstellen im Recycling-Glas.

Glas besteht zu wesentlichen Anteilen aus geschmolzenem Quarz-Sand. Für den Schmelz-Prozess sind hohe Temperaturen bis etwa 1600 ° C erforderlich und damit ist die Glas-Herstellung ein energie-intensiver Industrieprozess. Neue Flaschen und Konservengläser bestehen aktuell im Durchschnitt zu 60 Prozent aus Recycling-Material, beim Grünglas sind es sogar bis zu 90 Prozent. Damit werden gegenüber neu eingeschmolzenem Sand, abhängig von der Glas-Farbe nahezu 30 Prozent an Energie eingespart und über 30 Prozent an CO2-Emissionen vermieden! Je besser sortiert das Altglas in die Container kommt, desto geringer ist der Sortier-Aufwand und desto besser ist auch die Energie- und Klima-Bilanz des Recyclings. Hierzu können die Verbraucher durch gute Trennung und Farb-Sortierung maßgeblich beitragen.

Bei Mehrwegflaschen aus Glas ist die Energiebilanz noch günstiger, sofern sie regional, im Umkreis von etwa 150 km vertrieben werden. Glas-Mehrwegflaschen können bis zu 50 Mal und im Schnitt 6 Jahre lang wiederbefüllt werden, bevor sie eingeschmolzen werden müssen. Ein Prosit auf die regionalen Brauereien und Mostereien – und ein guter Grund, sie durch den eigenen Einkauf zu unterstützen!

Für gesundheitsbewusste VerbraucherInnen besteht ein weiterer Vorteil von Glasverpackungen in ihrer absoluten Geschmacksneutralität und der Tatsache, dass keinerlei Bestandteile in den Inhalt abgegeben werden. Aufgrund ihrer Transparenz und Geschmacks-Neutralität werden Konservengläser bevorzugt zur häuslichen Konservierung eingesetzt, wie für Marmeladen, Kompotte, Apfel- und anderes Frucht-Mus oder Gemüse-Konserven.

Mancher Essensrest lässt sich auf einfache Weise für einige Tage konservieren, wenn er kochend-heiß in ein sauberes, mit heißem Wasser ausgespülten Konservenglas eingefüllt und sofort verschraubt wird. Das geht vor allem bei Resten von Suppen, Soßen, und Gemüse-Beilagen. Damit sind Glas-Verpackungen auch ein einfaches Hilfsmittel zur Vermeidung von Lebensmittel-Abfällen.

Die KWiN ist für Anfragen erreichbar unter Tel. 06281/906-0.

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Amt für Öffentlichkeitsarbeit - EM