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Forstbetriebsleitung Walldürn

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Forstrevier Walldürn-Altheim
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Forstrevier Walldürn-Höhe
Forstamtmann Thomas Riemer
Tel: 06282-927837

Forstrevier Walldürn-Hornbach
Forstamtmann Ulrich Kipple
Tel: 06281-325945
Waldstrukturdaten Baumartenentwicklung & Altersstruktur


Baumartenentwicklung

Die folgende Graphik zeigt die Baumartenentwicklung der Hauptbaumarten in den letzten 38 Jahren:
Baumartenentwicklung 1976 bis 2012
Es ist zu erkennen dass der Anteil der Nadelbäume und hier insbesondere der Fichte sehr stark abgenommen hat. Eiche und insbesondere die Buche verzeichnen dagegen einen deutlichen Flächenzuwachs.

Gründe für die Abnahme der Fichte sind vor allem die verheerenden Stürme im Jahr 1984 (noch namenlos), Wiebke 1991, Kyrill 2007, Emma 2008 sowie die Trocken- und Käferjahre 2003, 2004, 2005.

Zerstörerische Kraft des Orkans 1990
Eine der Kahlflächen nach dem Orkan 1990 - hier Wettersdorfer Straße - Aufnahme aus 1991
- eine der Kahlflächen - hier Wettersdorfer Straße 
Zerstörerische Kraft des Orkans 1990 – auf stabilem Standort wurden die Bäume gebrochen
 - auf stabilem Standort wurden Bäume gebrochen
Zerstörerische Kraft des Orkans 1990 – auf feuchten Standorten wurden die Bäume geworfen
- auf feuchten Standorten wurden die Bäume geworfen
Blick auf den Auerberg nach dem Orkan 1990 – heute steht hier wieder junger Hochwald
- Blick auf den Auerberg - heute steht hier wieder junger Hochwald

Das Kiefervorkommen verkleinert sich in den letzten Jahren/Jahrzehnten. In der Vergangenheit war die Kiefer als Mischbaumart in alten Buchenbeständen stärker vertreten. Durch die sukzessive alters- und gesundheitsbedingte Nutzung dieser Bestände hat sich der Anteil der Kiefer verringert.
Auch kann sich unter dem dunklen Schirm von Buchenalthölzern die Lichtbaumart Kiefer nicht gut natürlich verjüngen und Anpflanzungen auf Freiflächen waren zu-nächst anderen Baumarten – vor allem der Eiche – vorbehalten.

Die Zunahme der Eiche ist vor allem auf die Aufforstungen nach den Sturmschäden von 1984 und 1991 zurückzuführen. Die Eiche wurde dort gepflanzt, wo der Boden feucht und tonig war, da sie auf diesen Standorten die stabilste und sicherste Baumart ist.
Dort, wo der Boden für Nadelholz geeignet war, wurden Nadelhölzer und hier vor allem die Douglasie angebaut; in den letzten Jahren jedoch zunehmend auch wieder die Kiefer.
Douglasie und Kiefer sind gegen Sturmwurf, Trockenheit und Käferfraß weit widerstandsfähiger als die Fichte.

Gewinnerin im Baumartenwettlauf ist die Buche. Die Altbuchen produzieren alle paar Jahre überreichlich Samen (Bucheckern). Daraus erwachsen unter dem schützenden Dach dieser Mutterbäume langsam Jungbuchen. Diese sind in der Lage, zunächst im Schatten und Schutz ihrer Mutterbäume zu gedeihen. So wie diese Jungbuchen jedoch mehr und mehr an Licht- und Wurzelraum für ihr Wachstum benötigen, wird der Schirm der Altbäume aufgelichtet. Die neue Waldgeneration übernimmt die Fläche und füllt rasch die entstandenen Lücken.

Altersstruktur des Waldes

Wie die Schüler in der Schule werden auch die Waldbestände in Altersgruppen zusammengefasst. Eine Altersgruppe, im Forst Altersklasse genannt, umfasst im Wald jeweils 20 Jahre. Die erste Säule im Diagramm bildet also alle Waldbestände ab, die im Alter von 1 bis 20 Jahren liegen, die zweite Säule die im Alter von 21 bis 40 Jahren usw. An der Farbe in der jeweiligen Säule ist erkennbar, welche Baumart mit welchen Flächenanteilen vertreten ist.
WALD 106 Altersklassenaufbau
Quelle. Forsteinrichtungswerk Stadtwald Walldürn 2012

Es ist deutlich zu erkennen, dass die Bestände zwischen 21 und 60 Jahren im Stadtwald Walldürn deutlich überwiegen. Ursache hierfür sind die im Kapitel Baumartenzusammensetzung aufgeführten Gründe: Anpflanzungen nach Stürmen und Käferfraß.
Aus den gleichen Gründen haben Bestände zwischen 61 und 140 Jahren deutlich geringere Flächenanteile am Gemeindewald. Althölzer von über 140 Jahren sind dagegen wieder reichlich vertreten.
Ideal ist ein Wald dann aufgebaut, wenn die Flächenanteile der 1 bis etwa 80 Jahre alten Bestände annähernd gleich sind. Ab dem Alter 80 scheiden einzelne Baumarten, die dann bereits erntereif sind, nach und nach aus den Waldbeständen aus. Sie werden durch junge Bäume, die dann die Flächen in den jungen Altersklassen auffüllen, ersetzt. Damit verringert sich der Flächenanteil in den älteren Altersklassen – die Höhe der Säulen nimmt treppenartig mit zunehmendem Alter ab.
Die folgende Graphik zeigt, wie der Stadtwald bei seiner Baumartenzusammensetzung idealtypisch aufgebaut sein müsste und wie er durch die Schadensereignisse bedingt nun wirklich ist.
WALD 101 GRAFIK Tatsaechlicher und idealer Altersklassenaufbau
Aus dieser Graphik kann bereits abgelesen werden, dass im Stadtwald Walldürn wegen der großen Flächen mit jungem Wald der Pflegeaufwand hoch ist und wegen der fehlenden Flächenanteile im mittelalten Bereich, die Erntemöglichkeiten eher gering sind. Näheres dazu wird unter dem Begriff Hiebsatz ausgeführt.

Stadt Walldürn

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