St. Jakobus


Kirche St. Jakobus in ReinhardsachsenErbaut wurde das Reinhardsachsener Gotteshaus in den Jahren 1725/26 unter der Leitung des kurmainzischen Oberamtmanns Franz Wolf Graf von Ostein, im Barockstil der damaligen Zeit.

Graf von Ostein war über seine Mutter, Anna Maria Charlotte von Schönborn, mit den vier Schönborn-Brüdern verwandt. Diese prägten mit ihrer regen Bautätigkeit den Barock im 18. Jahrhundert entscheidend mit.

Aus der Walldürner Wallfahrtskirche zum heiligen Blut stammt der Hochaltar, er wurde 1729 aufgestellt, die Orgel folgte 1749.
 
1962 wurde St. Jakobus innen und außen renoviert. Dem Zeitgeist des Purismus folgend verlor das Gotteshaus so manch barocke Züge, sowie eindrucksvolle Wand- und Deckengemälde.
Auch die bunten Kirchenfenster mit anschaulichen Darstellungen typischer Bibelszenen fielen dem Gedanken, die Gläubigen mögen sich unabgelenkt dem Ritual des Gottesdienstes widmen, zum Opfer.
Die beiden Bankreihen wurden zusammengefügt, der Mittelgang verschwand. 

Kirche St. Jakobus in Reinhardsachsen Kirche St. Jakobus in Reinhardsachsen

Nachdem im Jahr 2010 die die Kirche umgebende Außenmauer saniert wurde, begann im April 2011 die Innenrenovierung. Dazu musste das Gotteshaus komplett eingerüstet werden. Im Laufe eines Jahres wurden Decke und Wände saniert.  Hier waren Maler und Stuckateure zunächst mit dem Abwaschen alter Farbe sowie dem Ausbessern von Rissen und Löchern beschäftigt, bevor sie ein angenehm warm wirkendes Gelb an den Wänden und Weiß an der Decke aufbringen konnten. Restaurateure bemühten sich in liebevoller Kleinarbeit darum, den Altären, der Kanzel und der Empore wieder Glanz zu verleihen. Sie bekamen ihre Farbe mit Blick auf den historischen Hintergrund. Marmorierungen und Vergoldungen wurden erneuert.

St. Jakobus nach der Restauration 2011 / 12

Kirche St. Jakobus in Reinhardsachsen Kirche St. Jakobus in Reinhardsachsen Kirche St. Jakobus in Reinhardsachsen
Seitenaltar
Hauptaltar Seitenaltar

 
Kirche St. Jakobus in Reinhardsachsen Kirche St. Jakobus in Reinhardsachsen
Es entstand auch wieder der Mittelgang, der gerade beim Ein- und Auszug aus der Kirche, wie auch bei Hochzeiten eine prägende Rolle spielt.

Hand in Hand mit den jeweiligen Arbeitsgängen erfolgte die Erneuerung der Elektrotechnik. Durch die Wiederherstellung des Mittelganges mussten die elektrischen Zuleitungen  für die Bankheizungen neu verlegt werden. Eine neue Lautsprecheranlage wurde eingebaut, stilvolle Lampen installiert.

Ende April 2012 konnten die Gläubigen mit einem Gottesdienst und einer kleinen Feier wieder "Besitz" von ihrer Kirche nehmen.
Mit der Weihe, der in den Originalzustand zurück versetzten Orgel am 17. Dezember 2016 fanden die Restaurierungsmaßnahmen in St. Jakobus ein glückliches Ende. Die Orgel ist ein seltenes Werk des Würzburger Orgelbauers J. Ph. Seuffert (1693–1780) aus dem Jahr 1747 und mancher Chronist rätselte, warum seinerzeit ausgerechnet eine kleine Dorfkirche mit solch einem Kunstwerk ausgestattet wurde. Orgelbaumeister Jürgen Lutz aus Feuchtwangen hat sie nun restauriert und mit vorhandenen Originalteilen bestückt, jahrzehntelang erklang sie unvollständig, ein Register fehlte.
Von nun an soll jedes Jahr mindestens ein Orgelkonzert in St. Jakobus stattfinden. Am 6. Januar 2017 erklang die Orgel erstmals zu einem solchen Anlass unter den Händen von Kirchenmusikdirektor h.c. Michael Meuser.

Stadt Walldürn

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