Szentgotthárd, Ungarn


Der Neckar-Odenwald-Kreis unterhält seit dem Jahre 1997 mit dem Komitat Vas (Ungarn) eine Partnerschaft.

Das Komitat liegt im Dreiländereck Ungarn – Österreich – Slowenien ca. 750 km von Walldürn entfernt. Zum Komitat Vas gehört auch die Gemeinde Szentgotthárd, die hinsichtlich der Struktur und Größe der Stadt Walldürn ähnlich ist.

Partnerstadt Szentgotthàrd, Ungarn

Zur Vertiefung und Stärkung der bestehenden Beziehungen aufgrund gegenseitigen Verständnisses und einer freundschaftlichen Zusammenarbeit, dem Geist des internationalen Rechts folgend, schlossen die beiden Städte im März 2005 einen Partnerschaftsvertrag.

Zwischen den Städten gibt es vieleSzentgotthard_02 Ähnlichkeiten. So hat Szentgotthárd ebenfalls einen Verbandsindustriepark und einen dominierenden Betrieb - in einem Opel-Werk werden Getriebe hergestellt. In der Stadt ist eine starke deutsche Minderheit vertreten, in der Schule wird von der 1. Klasse an Deutsch unterrichtet, so listete der Bürgermeister bei der Beschlussfassung über die Partnerschaft im Gemeinderat weitere Punkte auf, um zum Fazit zu kommen:
"Die Gemeinde passt zu uns."

Beide Städte fördern nach ihren Möglichkeiten den Ausbau der Beziehungen in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Tourismus, Religion, Bildung und Sport. Die Aufmerksamkeit wird insbesondere auf die Förderung der Kontaktaufnahme zwischen den jungen Menschen und den Bürgern der Gemeinden gerichtet.

Respekt, Sympathie und gegenseitiges Verständnis sind die Grundwerte dieses Austausches.

Auf diese Art wollen beide Städte ihren Beitrag zu der europäischen Vereinigung, der Völkerverständigung und dem Weltfrieden leisten.

szen_01 szen_02 szen_03 Motiv Szentgotthárd


Aus der Geschichte Szentgotthard

Die Siedlung wurde vom König Béla dem III. 1183 gegründet, als er französische Zisterziensermönche hier ansiedelte. Für diese wurde ein Kloster gebaut, das nach dem Bischof in Hildesheim Szent Gotthárd benannt wurde. Seine mit Wassergraben umzogene Festung wurde vom Palatin Miklós Széchy, dann von den Zrínyis, Batthiánys gebaut. Sowohl das Kloster als auch die Festung wurden während des Bocskai-Aufstandes von den österreichischen Heeren aufgesprengt, dadurch erlosch das Mönchsleben. Die Schlacht in Szentgotthárd im Jahre 1664 gegen die Türken übte nicht nur auf die Politik des Landes, sondern auch auf die Europas eine Wirkung aus.

Montecuccoli, kaiserlicher General, stieß am 1. August 1664 mit den unter dem Befehl des Großwesirs Ahmed Köprülü stehenden in die Richtung Wien ziehenden Türken zusammen. Der entscheidende Moment des siebenstündigen Kampfes war, dass viele von den fliehenden Türken in der wegen des großen Regens angeschwollen Raab ertranken.

Nachdem 1873 die Eisenbahnlinie in Richtung Graz fertig war, fing auch die Industrialisierung von Szentgotthárd an. Nach und nach entstanden Fabriken und Firmen für Spielzeug, Tabak, Uhren, Seide und Sensen. Auf die wirtschaftliche Entwicklung folgten die gesellschaftlichen Änderungen: Bildungs-, und sanitäre Einrichtungen kamen zustande, die Zivilorganisationen erstarkten. Bis zum Ende des ersten Jahrzehntes des XX. Jahrhunderts wurde Szentgotthárd eine rege Kleinstadt und konnte die entwickelteste Industriestruktur des Komitates sein eigen nennen.

Eine treibende Kraft der Entwicklung in Szentgotthárd war Kálmán Széll, der vorher als Abgeordneter der Region, später als Minister und Ministerpräsident die Vorstellungen unterstützte.
Das Goldene Zeitalter der Stadt endete nach den Friedensverträgen von Trianon nach dem ersten Weltkrieg.

Eine Belebung trat erst seit den 1980-er Jahren auf. An der 800. Jahreswende des Klosters bekam die Siedlung 1983 den Rang die Stadtrechte verliehen. Den wirklichen Umschwung bedeutete die Wende. Die Stadt konnte ihr jahrzehntelang künstlich abgeschnittenes Beziehungssystem freier organisieren. Die günstige geografische Lage von Szentgotthárd, und die vorliegende Industriekultur auf hohem Niveau zog ausländische Investoren an.

Die Führung der Stadt setzte ein groß angelegtes Infrastruktur- und Industrieentwicklungsprogramm in Gang. Es wurde der “Grenzüberschreitende Industriepark Szentgotthárd – Heiligenkreuz” gebildet, das heute für mehr als 3000 Personen eine Arbeitsmöglichkeit sichert. Die Selbstverwaltung hat das Thermalparkprogramm vorbereitet, das die bestimmende Entwicklungsrichtung der künftigen Periode sein wird. Szentgotthárd steht wieder vor einer geschichtlichen Chance. Nach dem EU-Beitritt erlangt es seinen vor mehr als hundert Jahren verlorenen Anziehungskreis zurück, dadurch kann es seinen Platz in der Region der ungarischen-österreichischen-slowenischen Dreiländergrenze einnehmen.



Stadt Walldürn

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