Unser "Dürmer Gebabbel" lebt auch von weiteren Einträgen.

Vielleicht gibt's dann irgendwann tatsächlich ein Wörterbuch: "Dürmerisch-Deutsch".

Wir rufen daher dazu auf, weitere Dürmer Wortschöpfungen oder Begriffe und deren Übersetzung oder Bedeutung an die Internet-Redaktion Internet@wallduern.de zu senden.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe.

Dürmer Gebabbel

Die Walldürner Mundart früherer Jahre schöpfte aus dem Wortschatz und den Ausdrucksformen des fränkisch-pfälzischen Sprachraums. Von unseren Altvordern geprägte Wörter und Ausdrücke kamen im Lauf von Jahrzehnten hinzu und gaben dem „Dürmerischen“ seine besondere Lebendigkeit und Würze. Darin unterscheidet sich das „Dürmer Gebabbel“ von dem der Nachbarn in den umliegenden Orten, und was gleich ist in der Wortwahl, erfährt eine Umlautung. So sagt man z.B. in Walldürn: heem, rei, nee – in Höpfingen: hoom, roi, noo.


A - G H - R S - Z

S sabbern kleckern
säiche urinieren
Saier Sieb


Schässlong Sofa
Schäufele Bratkartoffeln
Schbinnehuddl Spinnweben
Schdöpferli Schupfnudeln
Scheernschleifer Schimpfwort: Taugenichts
schelle klingeln
schiergar beinahe
Schießerli Walldürner Wallfahrtsgebäck
Schlabbe Hausschuhe
Schlabbegosch Schimpfwort: Frau mit großem Mundwerk
Schliede Schlitten
Schloofmichel Schläfer
schloorche Füße auf dem Boden schleifen
Schlotsfeecher Kaminkehrer
Schlumpel in alte Frauenkleider gehüllte Fastnachtsgestalt auch sonst eine verwahrloste Person
schmagge riechen
Schmier Marmelade, „Schmierbrout“ mit süßem Aufstrich gab es vor allem zum Frühstück
schnabbe hinken
schnorre herumschnurren, umherrennen
Schöier Scheune
Schoggelgaul Schaukelpferd für Kinder



Schöifeli Bratkartoffeln
Schoorn Spaten, mit dem im Herbst der Garten „g’schoort“ wird
Schprüchböidl Aufschneider, Wichtigmacher
Schtejche Steige, Treppe im Inneren des Hauses
Schtölleli Stöllchen, mit Kümmel gewürztes Weißbrotgebäck in Stollenform
Schtroubär Strohbär, Faschenaachdsfigur
schtührn stöbern, suchen
Schwarzer Hawwer Der Ausdruck schwarzer Hawwer kommt ursprünglich aus der Zeit als Mägde und Knechte ihre Saisonarbeit bei den Bauern erledigt hatten und dafür am Ende den schwarzen Hafer, d.h. schwarzgeräuchertes Dürrfleisch etc., neben dem zustehenden Lohn bekamen. Im Laufe der Jahrzehnte wurde dies von den Dürmer Kindern in der Faschingszeit übernommen. Seit dieser Zeit ist es am Rosenmontag Tradition, dass verkleidete Kinder durch die Dürmer Geschäfte ziehen und schwarzer Hawwer sammeln (der dann in der Regel aus Süßigkeiten besteht).
schwoofe tanzen
Seller (Selli) Jener (Jene)
Siddl Eckbank mit Staufach
Simbl Idiot
Spööbrenner leichtsinniger und leichtlebiger Kerl
Stölleli Spitzbrötchen mit Kümmel
Suhle Schimpfwort: verwahrlostes Mädchen/Frau
U Ümgeener Weiberheld
übberzwerch übertrieben, durchgeknallt
V verschmuddelt ungepflegt
Visemadende Schauspiel; „mach ke Visemadende“ =
führ Dich nicht so auf
W Wegg Brötchen
wedderbumbe dagegen stoßen
Wörchelholz Teigausroller
Z Zackern ackern, pflügen. Wohl entstanden aus:
"zum Ackern“ (Z’ackern) gehen. Noch heute geht der Bauer im Herbst oder Frühjahr "naus zackern"
Zaudhäffele Topf mit einem Ausgießer
Zuckerlischbaasch Hänflerin mit Süßwaren. Die Walldürner Hausierer und Hausiererinnen hatten in den Orten, die sie regelmäßig  aufsuchten, bestimmte Namen, und die Händlerin Rosa Zorngiebel war teils als „Zuckerlischabaasch“ (Base mit Zuckerware), teils als „Gutselimodder“, Zuckerresel oder „Herzlisfraa“ bekannt.
zülle saugen
Zwüwwl Zwiebel





Stadt Walldürn

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