Verein & Organisation

Chorgemeinschaft Glashofen

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Reinhardsachsenerstrasse 15
74731 Walldürn - Glashofen

Vorsitzende(r):
Frau Edeltrud Büttner
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Vereinsporträt
Wie es sich aus dem Sinn des Wortes Gemeinschaft ergibt, ging die Chorgemeinschaft der Pfarrei Glashofen aus zwei ehemals eigenständigen Kirchenchören hervor, dem aus Reinhardsachsen und jenem aus Glashofen. Die neue Vereinigung wurde damals aus der Not geboren, da die aktiven Sänger immer weniger wurden, aber nicht wie heute durch altersbedingte Abschiede, sondern wegen Veränderung, mit dem Verlassen des Heimatortes. Das Ende des Glashofener Chores kam schon 1966, und das gleiche Schicksal drohte dem Reinhardsachsener Chor im Jahr 1973.
Was lag da näher, als die Sänger beider Chöre zusammen zu führen und mit frischem Schwung den Chorgesang auf der "Walldürner Höhe" aufs Neue zu beleben. Wesentlichen Anteil an der Vereinigung hatte Pfarrer Dieter Heck, der drei Jahre danach als letzter Geistlicher die Pfarrei verließ.
Wie bei jeder anstehenden Veränderung, so gab es auch hier Widerstände, weil nicht alle aktiven Sänger mit Begeisterung hinter der Vereinigung standen. Einige aus Reinhardsachsen konnten diesen Schritt nicht nachvollziehen, weil damit für den Ort eine Identität verloren ging, doch eine Alternative dazu gab es nicht.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass lange bevor es zur Gründung der beiden ehemaligen Kirchenchöre kam, es schon in beiden Kirchen einen Chorgesang gab, jedoch in einem bescheidenen Umfang.
Bald nach der Einweihung der neuen Kirche in Glashofen im Jahr 1879 bereicherten dort einige Frauenstimmen fortan die Gottesdienste mit Gesang. Ähnlich war es in Reinhardsachsen mit dem Auftritt eines Frauenchores, wenige Jahre nach dem Jahrhundertwechsel. Beleg dafür ist die Ehrung von Ludwina Baumann im Jahr 1950 für ihren 40-jährigen Dienst für die "Musica sacra".
Dieser Chor trat vor allem bei Beerdigungen und bei Totenmessen auf. Versuche scheiterten später, daraus einen vierstimmigen Chor zu entwickeln.
Nach der Übernahme der Lehrerstelle in Reinhardsachsen durch Peter Thoma um 1940 erweiterte dieser das Liederrepertoire, und auch die Anzahl der Sängerinnen stieg an, sodass auch an Marienfesten, im Advent und auch an Weihnachten in Reinhardsachsen zwei- bis dreistimmige Lieder vorgetragen werden konnten. Dies war allerdings dem Lehrer Thoma zu wenig.
Noch vor dem Eintreffen der vielen Heimatvertriebenen war es durch gezielte Werbung möglich, am 19. März 1946 den Kirchenchor Reinhardsachsen zu gründen. Zum Gründungsvorsitzenden wurde Helmut Erbacher gewählt, auf ihn folgte nach drei Jahren Blasius Walter.
Um die zahlenmäßige Basis dafür zu schaffen, wurde jeder Sängerin aufgetragen, einen Sänger zur ersten Probe mitzubringen. Damit war der personelle Grundstock gelegt.
Mit 30 motivierten Sängern wurde die Melodie "Meine Heimat, blaue Täler" zum Premierenlied. Wenige Monate später trafen nach und nach die Heimatvertriebenen ein und der Chor erreichte, einschließlich der Beitritten aus Kaltenbrunn, mit 40 Sängern eine stattliche Zahl, sodass selbst mit der Einstudierung von lateinischen Messen begonnen werden konnte.
Eine solche Messe wurde schon an Weihnachten 1946 unter großer Bewunderung der Gottesdienstbesucher vorgetragen. Aber auch die Anzahl der passiven Mitglieder stieg kontinuierlich an und somit auch die finanzielle Ausstattung um Noten erwerben zu können.
Sehr früh widmete sich der Chor dem Theaterspiel um weitere Gelder zu vereinnahmen. Die erste Aufführung, geschrieben von Helmut Erbacher, behandelte das Schicksal eines Heimkehrers aus der Gefangenschaft. Er könnte von den Spätheimkehrern inspiriert worden sein, die das Schicksal einer langen Kriegsgefangenschaft erleiden mussten. Sie bekamen bei ihrer Rückkehr vom Chor einen Willkommensgruß. Der letzte Heimkehrer aus Russland war 1955 Josef Bleifuß vom Storchhof.
Der Übergang von Lehrer Thoma zu seinem Kollegen Alfred Zeller als Lehrer und Dirigent im Jahr 1952 tat dem Chor keinen Abbruch, er bekam sogar einen neuen Schub. Danach konnten mit einem umfangreichen Liederpotential ausgestattet, alle anstehenden Anlässe wie Jubiläen - wie die von Ehrenbürger und Geistlichem Rat Engelbert Schwarzbauer -, Jubelhochzeiten, die Einweihung des Schul- als auch des Rathauses sowie auch Beerdigungen von aktiven und passiven Mitgliedern mit Liedbeiträgen bereichert werden.
Mit dem Wegzug vieler aktiver Sänger ab den 1960er-Jahren blieben nur noch acht Ehepaare und zwei ledige Mitglieder als Sänger übrig. Dadurch war der Fortbestand des Reinhardsachsener Chores gefährdet, wenngleich sich schon das ein oder andere Mitglied aus Glashofen der Singgemeinschaft angeschlossen hatte. Aus diesem Umstand heraus wurde nach einer Lösung gesucht, die in dem neuen Gebilde der Chorgemeinschaft ihren Ausdruck fand.
Einher ging mit der Aufgabe des eigenständigen Chores, auch der Abschied des Vorsitzenden Josef Wörner und auch des Dirigenten Alfred Zeller. Alfred Zeller erhielt wegen seiner Verdienste um den Ort Reinhardsachsen schon 1967 die Ehrenbürgerwürde.
In Glashofen kam nach dem plötzlichen Tod von Pfarrer Max Bruno Schmidt, in der Gotterdorfer Kirche, Gebhard Stocker 1944 als Seelsorger in die Pfarrei. Fortan scharte er als Gesangsliebhaber in Glashofen Sänger um sich, und so entstand am 10. September 1944 der Kirchenchor Glashofen. Um den Dirigentendienst zu gewährleisten, übernahm Gymnasialprofessor Dr. Alois Bundschuh an den Festtagen, wo in der Regel die Auftritte stattfanden, die Zelebration der Hochämter, da er an den Hochfesten in seinem Heimatort weilte.
Mit der Übernahme der Lehrerstelle von Adolf Hehn im Jahr 1952 bekam der Pädagoge auch die Dirigentenrolle übertragen. Nun wurden auch vom Glashofener Chor vermehrt weltliche Lieder in die Palette aufgenommen, sodass, ähnlich wie in Reinhardsachsen, neben den Gottesdiensten auch alle weltlichen Anlässe mit Liedbeiträgen bereichert werden konnten. Üblich war auch der Grabgesang bei allen Beerdigungen. Das war damals noch möglich, weil fast alle Sänger in der Landwirtschaft tätig und so verfügbar waren. Nach Jahren setzten, ähnlich wie in Reinhardsachsen, auch in Glashofen die Absetzbewegungen von Sängern ein, die schließlich 1966 nach dem Jahresausflug nach Rüdesheim zur Einstellung des Chorgesangs führte. Wie Alfred Zeller war auch Dirigent Adolf Hehn Ehrenbürger seiner Gemeinde. Im Gegensatz zu Reinhardsachsen sind von Glashofen keine Vorstände bekannt.
Am 13. Februar 1973 kam es dann im ehemaligen Cafe "Bergstüble" in Reinhardsachsen zur Gründung der Chorgemeinschaft der Pfarrei Glashofen. Mit einher ging auch eine neue Führung, einschließlich des Dirigenten. Josef Berberich wurde der Vorsitz des Chores anvertraut und Josef Bleifuß zu seinem Stellvertreter bestimmt. Josef Berberich stand danach 30 Jahre dem Chor vor und wurde danach aufgrund seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Edeltrud Büttner trat die Nachfolge an und übt heute noch die Führungsrolle aus. Dagegen war die Verweildauer des ersten Dirigenten Friedrich Ruppert und einige seiner Nachfolger relativ kurz. Bis der jetzige Dirigent Mario Kern den Stab übernahm, standen fünf weitere Männer und eine Frau dem Chor vor.
Die neue Chorgemeinschaft verstand sich schon bald als ein Chor, der die gesamte Pfarrei umfasst, was auch den Zuspruch von Sängern aus allen Filialorten belegt, wenngleich die Zahl bei manch einem Dorf bis heute bescheiden blieb. Damit vermehrten sich auch die Auftritte, da mindestens einmal im Jahr in jeder der fünf Kirchen ein Auftritt erfolgte.
Großen Anteil am Niveau des Chores hatten die vielen Chorleiter, die individuell verschiedene Schwerpunkte setzten und zur jetzigen Klangfülle entscheidend beitrugen. Kernelemente des Gesangs blieben bis heute die Begleitung der Gottesdienste, ob an Weihnachten, Karwoche, Fronleichnam, den Patroziniumsfeiern und Konzerten. Aber auch weltliche Lieder kommen nicht zu kurz. Die Frage stellt sich: Was wären die Gemeinden ohne die Auftritte bei Einweihungen, Jubiläen, Verabschiedungen und Adventsfeiern, vielleicht ein kulturarmer Raum. Auch Einladungen zu Konzerten bei befreundeten Chören nahm die Chorgemeinschaft immer gern an. Ergänzt wird das Programm durch die Cäcilien- und Nikolausfeiern. Zahlreiche Ausflüge bis in die Gegenwart belebten die Kameradschaft der Chorgemeinschaft. Höhepunkte waren eine Rundfunkaufnahme, die Rom-Pilgerfahrt und der Liederabend anlässlich der 50- Jahr-Feier in der Sporthalle Glashofen. Zeitweise trat der Chor mit Fastnachtsveranstaltungen sogar in Konkurrenz zu den "Höhgoikern".
Durch das überwiegend altersbedingte Ausscheiden von sechs Männerstimmen in den letzten Jahren, dem nur zwei Zugänge gegenüberstehen, umfasst der Chor im Bass und Tenor nur jeweils vier Mitglieder. Dagegen sind die Frauenstimmen mit acht im Alt und elf im Sopran gut aufgestellt.
Knapp die Hälfte der Sänger kommt aus Glashofen und fünf aus Reinhardsachsen, die restlichen Aktiven verteilen sich auf acht weitere Orte.
Dirigenten
Kirchenchor Glashofen
1944 Gebhard Stocker
1952-1966 Adolf Hehn
Kirchenchor Reinhardsachsen
1946 Peter Thoma
1952-1973 Alfred Zeller
Chorgemeinschaft
1973 Fritz Ruppert, Hornbach
1975 Paul Böhrer, Höpfingen
1976 Robert Schmeiser, Walldürn
1982 Martin Schmitt, Seckach
1985 Robert Schmeiser, Walldürn
1986 Elke Hornberger, Hardheim
1988 Hubert Ackermann, Walldürn
2001 Bernhard Trabold, Glashofen
2013 bis heute, Mario Kern, Rippberg
Vorsitzende
1946 Helmut Erbacher
1949 Blasius Walter
1958 Josef Wörner
1973 Josef Berberich
2004 bis heute, Edeltrud Büttner
 
Stand März 2016
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weitere Hinweise
  • Sitz des Vereins in Glashofen
Gruppenbild des Chors
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