Stadtnachrichten

Delegationsbesuch aus Ungarn


Walldürn. (Sti.) Seit dem Jahr 1997 unterhält der Neckar-Odenwald-Kreis eine Partnerschaft mit dem Komitat Vas in Ungarn, das im Dreiländereck Ungarn-Österreich-Slowenien liegt. Von Sonntag bis Mittwoch dieser Woche weilte nun eine eine fünfköpfige Delegation aus dem Komitat Vas mit dem Präsidenten Lásló Majrhényi und Vizepräsident Ferenc Marton an der Spitze zu Besuch im Neckar-Odenwald und statte im Rahmen dieses viertägigen Besuches am Montagnachmittag auch der Wallfahrts- und Garnisonsstadt Walldürn, die mit der zum Komitat Vas gehörenden Stadt Szentgotthárd seit März 2005 einen Partnerschaftsvertrag geschlossen hat, in Begleitung von Landrat Dr. Achim Brötel einen halbtägigen Gastbesuch ab.

Nach einer Besichtigung der Walldürner Wallfahrtsbasilika „Basilika Minor“ und einem damit verbundenen kurzen Besuch und Miterleben des momentanen Wallfahrtsgeschehens sowie einer Führung durch die Basilika mit Stadt-, Wallfahrts- und Museumsführer Erhard Lang stattete die ungarische Delegation sodann dem Alten Walldürner Rathaus in der Walldürner Hauptstraße einen Besuch ab und wurde hierbei im Bürgersaal des Rathauses von Bürgermeister Markus Günther, Bürgermeister-Stellvertreter Theo Staudenmaier, einigen Walldürner Ortsvorstehern und Gemeinderäte, sowie von Pfarrer Karl Kreß und einer offiziellen Abordnung der DEHOGA au dem Neckar-Odenwald-Kreis mit der stellvertretenden DEHOGA-Kreisvorsitzenden  Bernadette Martini aus Mosbach an der Spitze auf das herzlichste begrüßt und willkommen geheißen.

Bürgermeister Markus Günther freut sich sehr, in Walldürn wieder einmal Gäste aus dem Partnerkreis Komitat Vas begrüßen zu dürfen.
Wie er besonders betonen und hervorheben konnte, habe die Geschichte der Partnerschaft mit der Stadt Szentgotthárd aus dem Komitat Vas viele eindrucksvolle und bewegende Begegnungen zwischen den Menschen beider Städte aufzuweisen - viele Augenblicke, die die Beteiligten nie vergessen würden. Echte Partnerschaft auszuüben, gegenseitige Achtung, Verstehen und Gefühle der Freundschaft, die daraus erwachsen, möchten den Weg der Zusammenarbeit ebnen, wie es in vielen Partnerschaftsurkunden niedergeschrieben sei. Partnerschaften stünden auch vor allem für gegenseitiges Kennenlernen und Verständnis, für das Entstehen von Beziehungen, ja Freundschaften, für die Sicherung friedlicher Beziehungen zwischen den Völkern.
In seinen Maximen habe Johann Wolfgang von Goethe u. a. auch geschrieben: „Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“ Er persönlich möchte dieses Zitat gerne abwandeln in: „Wer fremde Städte nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“ Denn in der gemeinsamen Arbeit lernen wir auch viel über uns selbst.“
Politiker hätten Städtepartnerschaften auf den Weg gebracht, die Verträge unterzeichnet, aber nur die Menschen in Ungarn und Deutschland könnten dem Papier Inhalt geben, indem sie die Kontakte pflegen, sich gegenseitig besuchen und Freundschaften über die Grenzen hinweg bilden würden. Das sei europäische Einigung im praktischen Sinne.
Ungarn habe nicht nur an der kulturellen und zivilisatorischen Entwicklung der Mitte Europas seinen Anteil gehabt. Das Land habe sich immer wieder Menschen aus vielen Völkern und Nationen geöffnet. Auch Menschen aus diesem unserem Raum, die Glück und Existenz in der Ferne gesucht hätten, seien willkommen geheißen und integriert worden.
Er persönlich habe Ungarn nicht nur durch diese Städtepartnerschaft mit Szentgotthárd kennen und lieben gelernt - nein, er habe im letzten Jahr einen sehr entspannenden, interessanten und abwechslungsreichen Urlaub in Szentgotthárd, am Balaton und in Budapest verleben dürfen, an den er auch heute noch gerne zurückdenke.
Viele dieser deutschen Ungarn oder ungarischen Deutschen würden heute in der Bundesrepublik Deutschland leben. Ihre Liebe zu ihrer alten ungarischen Heimat habe erste, wichtige Brücken gebaut auch zu dieser Partnerschaft.

Nachdem Bürgermeister Markus Günther den ungarischen Gästen dann noch kurz die Stadt Walldürn mit all ihrer Historie, ihrer Wallfahrtsgeschichte, mit ihren heutigen 9 Ortsteilen und ihrer momentanen Gesamt-Gemarkungsfläche von 10.500 ha (davon 3,300 ha Waldfläche) und ihrer heutigen Bevölkerungsstruktur (Gesamteinwohnerzahl momentan ca. 12.000), sowie der derzeitigen Infrastruktur vorgestellt hatte, wünschte er zum Abschluss seiner Ansprache der Partnerschaft zwischen Walldürn und Szentgotthárd und mit dem Komitat Vas weiterhin ein Glückauf und auf ein Wiedersehen noch in dieser Woche im Komitat. Er freue sich schon sehr darauf. In diesem Sinne forderte cer alle Anwesenden auf, das Glas erheben auf diese Partnerschaft und auf die Freundschaft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern vom Komitat Vas und dem Neckar-Odenwald-Kreis  sowie zwischen den beiden Partnerstädten Szentgotthárd und Walldürn.

Landrat Dr. Achim Brötel zeigte sich in seinem kurzen Grußwort sehr erfreut über die momentan bestehenden sehr guten und immer wieder auf neue gepflegten deutsch-ungarischen Freundschaftsbeziehungen zwischen dem Neckar-Odenwald-Kreis und dem Komitat Vas sowie zwischen der Stadt Walldürn und Szentgotthárd.
Von beiden Seiten sei man stets intensiv darum bemüht, die geknüpften Beziehungen und Verbindungen zwischen beiden Landkreisen und den in beiden Landkreisen befindlichen Städten in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Tourismus, Religion, Bildung und Sport weiter auszubauen und die Aufmerksamkeit dabei insbesondere auch auf die Förderung der Kontaktaufnahme zwischen den jungen Menschen und den Bürgern beider Landkreise und den in ihnen befindlichen Städten und Gemeinden zu legen, wobei hier stets der Respekt, die Sympathie und ein gegenseitiges Verständnis die Grundwerte dieses Austausches darstellen sollten.

Wie er weiter noch Bezug nehmend auf die Anwesenheit einer größeren Delegation der DEHOGA-Kreisgruppe Neckar-Odenwald-Kreis anmerken konnte, sei vor 5 Jahren die Idee geboren worden, die guten Beziehungen zwischen dem Neckar-Odenwald-Kreis und dem Komitat Vas auch auf die Gastronomie auszuweiten, und in möglichst vielen Gastronomiebetrieben im Neckar-Odenwald-Kreis zumindest einen guten ungarischen Wein aus dem Komitat Vas auf der Getränkekarte anzubieten. Diese Idee habe man nun nach fünf Jahren endlich auch verwirklichen können, und so seien es inzwischen bereits 6 Gastromie-Betriebe aus dem Neckar-Odenwald-Kreis (der Landgasthof „Linde“ in Walldürn-Gerolzahn, der Landgasthof „Zur Pfalz“ in Dallau, die Ristorante Pizzeria „Zur Rose“ in Neunkirchen, das Wirtshaus am Treidelpfad in Haßmersheim, das Hotel & Resaurant „Lamm“ in Mosbach und das Akzent-Hotel „Frankenbrunnen) in Walldürn-Reinhardsachsen, die jeweils einen ländlichen Rot- bzw. Rose-Wein aus der Weingegend des Komiats Vas in Ungarn auf ihrer Getränkekarte anbieten würden. Weiterhin strebe man des Weiteren in absehbarer Zeit auch noch den Austausch von Köchen in der Gastronomie in beiden Landkreisen sowie die eventuelle Durchführung von ungarischen Gourmet-Themenwochen in Gastronomiebetrieben im Neckar-Odenwald-Kreis an.

Die Gäste aus Ungarn zeigten sich sehr erfreut über diesen herzlichen Empfang im Bürgersaal des Walldürner Rathauses und auch darüber, dass die guten Beziehungen und Partnerschaften zwichen beiden Landkreisen und zwischen verschiedenen Städten und Gemeinden beider Landkreises durchweg sehr gut funktionieren würden. Alle Teilnehmer der ungarischen Delegation aus dem Komitat Vas seien sehr gerne in den Neckar-Odenwald-Kreis und an diesem Montagnachmittag nach Walldürn gekommen und seien sehr beeindruckt über das von ihnen bis zu diesem Zeitpunkt Gesehene.
Mit dem Austausch von Gastgeschenken sowie einem kleinen Umtrunk und der dabeiigen Verkostung des von der ungarischen Delegation mitgebrachten ungarischen ländlichen Rose- und Rotweines aus einer Winzerei des Komitats Vas klang der Empfang im Walldürner Bürgersaal dann schließlich harmonisch aus.
^
Redakteur / Urheber

Stadt Walldürn

Folgen Sie uns: