Stadtnachrichten

Ausstellungseröffnung


Der Heimat- und Museumsverein Walldürn und die Stadt präsentieren seit Donnerstag die Dauerausstellung „Dürmer Faschenaacht“ im ehemaligen „Reil’schen Haus“ am Kirchenstieg 2 in Walldürn.

Zur Ausstellungseröffnung am späten Donnerstagnachmittag hieß Bürgermeister Markus Günther in seiner Doppelfunktion als Stadtoberhaupt und Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins Walldürn zahlreiche Gäste im ehemaligen „Reil’schen Haus“ willkommen. Darunter waren neben Kreisrat Joachim Mellinger, Gemeinderäten und Ortsvorstehern zahlreiche Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins, der Fastnachtsgesellschaft „Fideler Aff“, der Kolpingsfamilie sowie Mitglieder des Ausstellungs-Organisationsteams und viele Walldürner.
Die ausgestellten Objekte und ihre Leihgeber

Zahlreiche Kostüme, Pokale, Urkunden und Bücher stammen aus dem Fundus der FG „Fideler Aff“ in der Affenhalle, berichtete Anja Eckert.

Franz Dörr habe die erste Präsentation über die „Dürmer Strohbären“ geschrieben, von Michael Schurz und Bruno Frauenkron habe man zahlreiche Bilddokumentationen des närrischen Strohbärtreibens erhalten.

Markus Mackert habe extra für diese Ausstellung einen neuen Strohbären gebunden.

Ralf Englert habe, so berichtete Eckert weiter, zahlreiche Bilder vom früheren „Herzlis Alis“ Herbert Englert beigesteuert. Die Chronik der Dürmer Affengruppe habe man von Elisabeth und Hans-Peter Englert. Weitere Texte, Orden und Bilder bekam man von Kurt Blum.

Sonja Gerold vom Stammtisch „Kurz vor Knapp“ habe die Namen zu den Bildern aus rund 20 Jahren „Schmutziger Donnerstag in Walldürn“ beschriftet, ebenso Leo und Petra Kehl für das „Famu-Team“.

Für die „kleine, aber feine Ausstellung“ wurden viele Kostüme zur Verfügung gestellt: Sie kommen von Elisabeth Englert, Sonja Gerold, Barbara Köppen, Marion Fritsch, Jonas Günther, Lynn Hartmann, Heike Hefner, Peter „Pidy“ Trabold, Joachim Hummel, Katrin Günther, Nicolina Cabraja, Lisa Englert, Milena Geiger, Anna Münch, Maya Günther, Lara Schustek und Kaya Beuchert. Den ausgestellten Garden-Affenstab habe man von Christine Hauck erhalten.

Prinzenrede, Orden und Bilder stammen von Familie Günter Schneider, das „Tanzküfferle“ von Jürgen Hennig, eine Prinzessinnen-Kleid von Marion Günther, die Antrittsrede von „Konrad von Dürn“ alias Jürgen Mellinger, Fotos und die Barverkleidung aus dem ehemaligen Thiry-Saal von der Familie Arbogast, Bilder von verschiedenen Umzugsteilnahmen und Tänzen der „Hot Wheels“ von Anja Gaukel, Texte und Bilder aus ihrer Trainerinnenzeit bei den „Dürmer Äffchen“ von Michaela Schustek, sowie die Chronik des TSC Walldürn von Sabine Geiger. ds

„Staunen ist der erste Schritt zur Erkenntnis“ – die Worte des französischen Chemikers und Biologen Louis Pasteur stellte Günther an den Beginn seiner kurzen Ansprache. Er machte deutlich, dass das Staunen neugierig mache, zu Fragen anrege, und schließlich dazu führe, sich mit Dingen auf ganz neue Weise zu beschäftigen. So weite es das vorhandene Wissen – auch im Bereich von Kultur und Brauchtum.
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Auch die Besucher der Dauerausstellung „Dürmer Faschenaacht“ bekämen Staunenswertes geboten, wobei schon das Thema „Dürmer Faschenaacht“ neugierig mache, so Günther. Die Stadt Walldürn habe während der „fünften Jahreszeit“ wahrlich etwas Besonderes zu bieten.

Günther dankte besonders Anja Eckert als „Cheforganisatorin“, die gemeinsam mit dem Heimat- und Museumsverein in Kooperation mit der Stadt „für diese schöne Ausstellung verantwortlich“ zeichne.

Sie habe es sich zur Aufgabe gemacht, zu sammeln, zu erhalten, zu erforschen und nun auch zu präsentieren. Es sei keine Mühe gescheut worden, ausgesuchte Stücke aus dem weiten Umkreis zusammenzutragen und zu einem aussagekräftigen Ensemble zusammenzufügen. „Diese schöne und aufschlussreiche Sammlung lädt zu einer Reise in die Vergangenheit ein – eine Reise, die das große Engagement um die Erhaltung der Faschenaachts-Tradition dokumentiert“.

Um diese schöne Tradition auch für künftige Generationen zu erhalten, brauche es viele Mitmenschen mit Idealismus und Schaffensfreude, die sich für die Erhaltung und Weitergabe der Brauchtumspflege engagieren und so die Gemeinschaft und den geselligen Zusammenhalt pflegten. Nicht zuletzt werde durch diese Ausstellung ein Stück Geschichte der „Dürmer Faschenaacht“ bewahrt und wieder lebendig gemacht.

Ausstellungen seien wichtig, um Geschichten aus vergangenen Zeiten nicht zu vergessen. Die Objekte seien historische Informationsträger, die Vergangenes erzählen und so weitergeben würden. Abschließend wünschte Günther der Ausstellung ein großes Publikum und den ihr gebührenden Erfolg.

Ein kurzes Grußwort sprach Kurt Blum, der älteste Walldürner Fastnachtsprinz. Er überreichte Bürgermeister Markus Günther auch einige persönliche Bild- und Textdokumente aus den Anfangsjahren der „Dürmer Faschenaacht“.

Danach führte Anja Eckert in die Ausstellung ein. Bereits vor einigen Jahren sei die Idee entstanden, im „Reil’schen Haus“ eine „Faschenenaachts“-Ausstellung einzurichten und auf diesem Wege das Fortbestehen des „Cafe Klohn“, welches vielen „Dürmern“ fehle, zu sichern.

Vor dem Umzug zum Schminken für einen „Klotz“ ins Kässle, das sei an „Faschenaacht“ stets ein Muss gewesen. Am „Schmudo“ (Schmutzigen Donnerstag) sei es für alle Fußgruppen eine Tradition gewesen, zum Manfred (Leiblein) auf ein schnelles Gruppenfoto ins „Cafe Klohn“ zu gehen. Deshalb gehe ein erster Dank an Gaby Leiblein für all die von ihr für diese Ausstellung überlassenen Bilder und Orden von Manfred Leiblein, das halbe Inventar und das „Cafe Klohn“-Schild. Weiter seien zahlreiche weitere Informationen zusammengetragen worden, wobei sie mit Marion Fritsch und Gaby Leiblein zwei fleißige Helferinnen gefunden habe.

Da die Ausstellung dauerhaft bleiben solle, fühle sich nach einem ersten Besuch vielleicht der eine oder andere dazu angeregt, die Arbeit künftig tatkräftig zu unterstützen, gerne auch durch eine Spende für die vielen Puppen, ohne die die zahlreichen ausgestellten Kostüme nicht hätten präsentiert werden können, so Eckert. Teilweise seien die Anschaffungskosten von der Stadt Walldürn und vom Heimat- und Museumsverein übernommen worden, aber ein nicht unerheblicher Betrag stehe noch aus.

Die beiden Veranstalter sowie das Organisationsteam wünschten sich, dass die Ausstellung „Dürmer Faschenaacht“ allen Besuchern gefalle. Sicher gebe es noch viele Dinge, die man besser oder anders machen könne, aber der Grundstein sei gelegt. Der offiziellen Eröffnung schloss sich ein kleiner Umtrunk an.

Interessierte Gruppen können sich gerne bei der Tourist-Info Tel: 67-106 oder 107 über Führungen informieren und diese direkt buchen.



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Redakteur / Urheber

Stadt Walldürn

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