Stadtnachrichten

Anne Sauer ist Deutsche Meisterin im Florettfechten


Anne Sauers Topform macht alle chancenlos.


Es gab Zeiten, da wuchteten die Deutschen Florett-Meister riesige Fernseher als Preis für den Titel aus der Emil-Beck-Halle in Tauberbischofsheim. Nach dem Rückzug des Hauptsponsors beim hiesigen Fecht-Club sind die Gaben für die nationalen Gewinner deutlich kleiner geworden. „Geschrumpft“ ist deshalb aber noch lange nicht das Engagement der Fechter; denn wie sagte Dieter Lammer, Vizepräsident des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB), so treffend: „Der Titel des Deutschen Meisters ist begehrt. Deshalb sind auch alle Spitzensportler am Start.“

Dass das keine branchenübliche Phrase Lammers war, zeigte die Freude der beiden Sieger nach ihrem jeweiligen finalen Treffer ganz deutlich: Andre Sanita ballte die Fäuste und schrie vor Glück voller Inbrunst in die Halle. Er war überglücklich: „Drei Mal bin ich in den vergangenen Jahren Zweiter geworden. Diesmal wollte ich endlich den letzten Schritt machen. Ich bin überglücklich, dass es endlich geklappt hat“, sagte der Bonner. Das Finale war mit 15:6 eine klare Sache für Sanita, der Alexander Kahl vom FC Tauberbischofsheim keine Chance ließ.

Der lange Kahl war ein neues Gesicht auf dem Siegerpodest und zur Freude der wenigen Zuschauer (die Tribüne wurde nicht einmal ausgefahren) der zweite Fechter, der die Farben des Fecht-Clubs Tauberbischofsheim vertrat. Der andere war Benjamin Kleibrink, der vom 24-jährigen Kahl im Halbfinale überraschend mit 15:12 geschlagen worden war. „Körperlich habe ich mich nicht so gut gefühlt, aber das Gefühl war da“, sagte der aus Hanau stammende Athlet. Er hat sich seit gut einem Jahr in der Nationalmannschaft „festgefochten“ und hat nach seinem ersten WM-Start 2017 vor allem athletisch und technisch zugelegt. „Aber taktisch muss ich mich noch am meisten verbessern“, sagte Alexander Kahl. Das Vertrauen, das ihm Bundestrainer Uli Schreck entgegenbringt, gebe ihm, Kahl, „Sicherheit und Stabilität“. An drei Tagen in der Woche trainiert Kahl bei Schreck in Bonn.

Aufhorchen ließ aus Tauberbischofsheimer Sicht auch der 19-jährige Junior Tom Gombos, der in der Runde der besten 32 zunächst den starken Mark Perelmann (Weinheim) ausschaltete und mit dem 15:7-Achtelfinal-Sieg dann sogar den Titelverteidiger Fabian Braun aus dem Turnier schubste. Der achte Platz ist ein „Bombenergebnis“ für den FC-Youngster.

Und freilich feierte auch Anne Sauer solch ein „Bombenergebnis“. Die 27-Jährige stellte mit fixen Siegen in den ersten Runden ihre aktuelle Topform unter Beweis und ließ, bis auf einen „kleinen Hänger“ Mitte des Finalgefechts, ihrer Teamkollegin Leonie Ebert auch im Endkampf keine echte Chance: 15:11. „Ich bin überglücklich“, sagte sie mit einem erfrischenden Strahlen im Gesicht. Eindrucksvoll hat Anne Sauer zudem gezeigt, dass sie mit dem selbst auferlegten Druck („Ich mag es, gejagt zu werden.“) gut umgehen kann. In naher Zukunft möchte sich die aktuell Siebte in der Weltrangliste unter den „Top Ten“ etablieren und sich 2020 für Olympia qualifizieren.

Nach ihrem Premieren-Sieg 2017 Jahr konnte Anne Sauer nicht gleich zur Siegerfeier übergehen, weil sie nach einer Handverletzung noch geröntgt werden musste. „Dieses Mal gibt es keinen Umweg zum Siegergetränk“, scherzte sie. Zusammen mit ihrem eigens angereisten Fanclub wollte sie den zweiten nationalen Titel gleich richtig feiern. „Das habe ich mir verdient“, sagte die alte und neue Deutsche Meisterin – auch mit Blick auf den zweiten Platz vor knapp einer Woche beim Grand Prix in Anaheim.

Übrigens: Anne Sauer hat 2017 bei ihrem ersten Titelgewinn noch einen großen Flachbildschirm gewonnen – und der hängt seit kurzem in ihrer Wohnung in Tauberbischofsheim…





Herzlichen Glückwunsch zur Deutschen Meisterschaft


Sehr geehrte Frau Sauer,

in der Presse konnten wir lesen, dass Sie bei den Deutschen Florett-Meisterschaften am Wochenende im Fechtzentrum Tauberbischofsheim im Einzel und in der Mannschaft den Deutschen Meistertitel errungen haben.

Hierzu darf ich Ihnen im Namen der Stadt Walldürn, des Gemeinderates, der gesamten Bürgerschaft sowie persönlich recht herzlich gratulieren.

Mit Ihrem Auftreten sind Sie zur Botschafterin Ihrer Heimatstadt geworden, wofür ich Ihnen gerne öffentlich Dank und Anerkennung aussprechen darf.

Ihre Heimatstadt wünscht Ihnen weiterhin alles erdenklich Gute, viel Glück, Gesundheit und weiterhin große sportliche Erfolge.

Freundliche Grüße aus dem Walldürner Rathaus sendet Ihnen

Ihr

Markus Günther
Bürgermeister








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Redakteur / Urheber

Stadt Walldürn

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