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"Wohnmobil-Konvoi der 1000" soll 2018 rollen


"Unterschätze nie einen Camper - wir sehen uns 2018!" Seit Claudia Schell-McCoy am späten Sonntagabend den Entwurf eines T-Shirts mit diesem Aufdruck in der Facebook-Gruppe "WoMo-Konvoi-Walldürn" vorgestellt hat, gehen die Bestellungen im Minutentakt ein. Obwohl oder gerade weil es am Tag zuvor nicht mit dem Eintrag ins Guinness-Buch als längster Wohnmobil-Konvoi der Welt geklappt hat, wächst der Wunsch vieler Teilnehmer nach einer Neuauflage im kommenden Jahr.

In die erste Enttäuschung - und bei manchen auch Verärgerung - mischt sich immer mehr das Gefühl: "Jetzt erst recht". Mit dem Weltrekord alleine wollen sich die aktuell 1166 Mitglieder der Facebook-Gruppe offenbar nicht zufrieden geben und im kommenden Jahr mit einem noch größeren Wohnmobil-Konvoi auch den Eintrag ins Guinness-Buch schaffen. Längst kursiert die Zahl von 1000 Teilnehmern, die 2018 in Walldürn auf die Strecke gehen sollen.

"Die Stimmung ist geradezu euphorisch", bestätigte Dieter Goldschmitt am Montag im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Nachdem er und seine Mitstreiter eine Nacht über die anstrengenden Ereignisse des Wochenendes geschlafen haben, blicken auch sie schon wieder zuversichtlich in die Zukunft. Eine Flut von E-Mails mit Glückwünschen, Danksagungen und Anmeldungen für das kommende Jahr ließen bei Dieter Goldschmitt die zwischenzeitliche Skepsis schnell verfliegen: "Damit hätte ich nie gerechnet. Ich bin optimistisch, dass sich das Organisationsteam wieder zusammenfindet".

Thema "Lücken" abgehakt

Wohnmobil-Konvoi in Walldürn Was die Lücken im Konvoi am Samstag betrifft, will er deshalb auch gar nicht mehr nachkarten, keine zusätzliche Schärfe in das Thema bringen. Schließlich handele es sich um eine Freizeitveranstaltung. "Das ist für mich abgehakt." Selbstverständlich habe auch er sich geärgert, dass Mitarbeiter eines Sponsors Werbeartikel entlang der Strecke verteilt hatten. Ob allein dadurch die zu großen Lücken entstanden seien, könne man im Nachhinein aber nicht zweifelsfrei feststellen. Schließlich sei ein solcher Konvoi ein "hochsensibles Gebilde". Mit den Mitarbeitern des Sponsors habe er gesprochen. Diese hätten ihren Fehler eingestanden und für eine etwaige Neuauflage der Veranstaltung "aktive Buße" versprochen. "Auch das zeigt Größe", so Goldschmitt. Deshalb will er den Blick auch viel lieber auf das Wochenende als Ganzes richten und die Bewertung nicht auf den verpassten Eintrag ins Guinness-Buch reduzieren. "Die Veranstaltung war ein unfassbarer Erfolg. Das hat uns Türen geöffnet, wovon wir nie zu träumen gewagt hätten."

Auch von den Unkenrufen im Vorfeld hinsichtlich chaotischer Verkehrsverhältnisse sei nichts eingetreten. Abgesehen von einer einzigen kleinen Beule in der Motorhaube eines Wohnmobils seien keinerlei Schäden zu verzeichnen. "Die Teilnehmer waren ausnahmslos begeistert und in der Bevölkerung gab es einen gigantischen Rückhalt", so Goldschmitt. "Wollen wir uns also ärgern? Nö, wir machen das einfach noch mal."

Wenn alle mitziehen aber definitiv nicht mehr im August. Um der Urlaubs- und auch der Erntezeit auszuweichen, wäre für ihn der Oktober der Wunschmonat, um den "Konvoi der 1000" auf die Reise zu schicken. Auch in der zeitlichen Abfolge wollen die Organisatoren aus den Erfahrungen des Wochenendes lernen. So soll der Startschuss deutlich früher, voraussichtlich schon um 12 Uhr fallen, um genügend Zeit für einen eventuellen zweiten oder auch dritten Versuch zu haben. Die Guinness-Jury erlaubt nämlich bis zu drei Versuche.

Ob die Veranstaltung tatsächlich wieder im kommenden Jahr stattfinden kann, will Dieter Goldschmitt auch von der Zustimmung der Stadt Walldürn und der Landkreisverwaltung abhängig machen. Landrat Dr. Achim Brötel musste jedenfalls nicht lange überlegen: "Selbstverständlich wäre ich bei einer etwaigen Neuauflage wieder mit dabei. Vielleicht kann daraus ja sogar so etwas wie ein regelmäßiges Festival entstehen. Das Woodstock der Wohnmobil-Szene".

Angefangen von der ausgezeichneten Stimmung unter den Teilnehmern, die sich auf die vielen Fans am Straßenrand übertragen und abends bei der großen Party fortgesetzt habe, sei die Veranstaltung für ihn ein unvergessliches Erlebnis und ganz nebenbei auch eine hervorragende Werbung für die hiesige Ferienregion gewesen. Völlig unabhängig davon, ob die Aktion zum Eintrag ins Guinness-Buch geführt habe oder nicht. "Den ,Weltrekord der Herzen' haben die Teilnehmer nämlich allemal erzielt", so Brötel. "Der Wohnmobil-Konvoi war aus meiner Sicht ein riesiger Erfolg."

Auch Walldürns Bürgermeister Markus Günther sieht das ganz genauso: "Ich bin auch heute noch begeistert." Er lobte neben der harmonischen Stimmung auch die gute Organisation: "Alle haben optimal mitgezogen". Für Walldürn sei die Veranstaltung beste Werbung gewesen, um die Wallfahrtsstadt bei Wohnmobilisten noch bekannter zu machen. "Ich fände es toll, wenn sich die Veranstaltung wiederholen ließe."

Die ersten T-Shirts für das kommende Jahr gehen jedenfalls bald in Druck. Und ein ganz mutiger Wohnmobilist geht in seinem Kommentar auf Facebook noch einen Schritt weiter: "Wir sehen uns 2018 und 2019, 2020, 2021... Endlich hat das Leben wieder einen Sinn."
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Redakteur / Urheber

Stadt Walldürn

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