Verehrung des Heiligen Blutes bis in die heutige Zeit
Die Wallfahrt "Zum Heiligen Blut" in Walldürn geht auf ein Geschehen zurück, das sich im Jahre 1330 ereignete: Ein Priester namens Heinrich Otto stieß während der heiligen Messe versehentlich den Altarkelch um. Der bereits konsekrierte (1) Wein ergoss sich auf das darunter liegende Korporale (2) und es zeichnete sich das Bild des Gekreuzigten, umgeben von elf "Veronicae" (3) ab.
Heinrich Otto versteckte voll Schrecken das Leinentüchlein unter der Altarplatte und erst auf dem Sterbebett gestand er das Geheimnis des "Blutigen Korporales".
Man fand das Tuch an der angegebenen Stelle. Schnell verbreitete sich die Nachricht von diesem Zeichen, das Gott in Walldürn bewirkt hatte und die ersten Pilger kamen zur Verehrung des kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus nach Walldürn.

Um das Jahr 1920 wurde ein weißes Schutztuch aus Leinen hinter dem Korporale befestigt. Als man nun am 23. März 1950 das Schutztuch mit einer Quarzlampenbestrahlung untersuchte, wurde auf ihm eine Vergilbung sichtbar, die das Bild des gekreuzigten Heilands umriss. Fachleute sind der Ansicht, die Gestalt des im Gewebe des Korporale vor Jahrhunderten vertrockneten Weines habe das Durchströmen des Lichtes so behindert, dass im Laufe von drei Jahrzehnten sich diese Vergilbungsumrisse auf dem Schutztuch abzeichnen konnten.
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Ziel der Pilger der Walldürner Wallfahrt ist heute der Heilig-Blut-Altar.
Mehr als 150.000 Gläubige besuchen jährlich die über 670 Jahre alte Wallfahrt.
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Die jährliche Hauptwallfahrtszeit erstreckt sich über vier Wochen und beginnt immer am Sonntag nach Pfingsten, mit dem Fest der Heiligen Dreifaltigkeit. In dieser Zeit kommen rund hundert Fußwallfahrtsgruppen nach Walldürn, die oftmals mehrere Tage unterwegs sind, wie zum Beispiel die Pilger aus Köln oder Fulda. Immer wieder wird von Gemeinden das Wallfahren neu entdeckt und durchgeführt.
Die Fulda-Eichsfeld-Prozession führt jährlich über 1.000 Pilger nach Walldürn und hatte ihren Urspung im Jahr 1682 in der Walldürner Partnergemeinde Küllstedt. Aber auch viele Buspilger und PKW-Anreisende kommen in diesen vier Wochen mit Ihren Anliegen nach Walldürn.
Die Sonn- u. Feiertage werden besonders festlich begangen. Bischöfe aus verschiedenen Bistümern Deutschlands und auch aus dem Ausland zelebrieren die Gottesdienste an den kirchlichen Hochfesten.

An Fronleichnam und eine Woche später am Großen Blutfeiertag – einem örtlichen Feiertag, der nur in Walldürn begangen wird - finden darüber hinaus die großen Prozessionen durch die festlich geschmückten Straßen statt.
Die Lichterprozessionen zur Abendszeit bietet den vielen Pilgern einen beeindruckenden Ausklang eines ereignisreichen Wallfahrtstages.
Am fünften Sonntag nach Pfingsten endet die vierwöchige Kernwallfahrtszeit. Viele Pilgergruppen kommen jedoch das ganze Jahr über nach Walldürn. Und es sind nicht nur die Älteren, die den Weg zum Wallfahrtsort in den Odenwald finden. Vermehrt bezeugen auch junge Menschen ihren Glauben, insbesondere bei den zahlreichen Fußwallfahrten.
Walldürn ist ein moderner und für unterschiedlichste Gruppen sehr ansprechender Wallfahrtsort. So hat die Wallfahrtsleitung in den vergangenen Jahren besondere Wallfahrtstage außerhalb der Kernwallfahrtszeit eingerichtet.
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Wallfahrtstag für Motorradfahrer
(immer am Pfingstsamstag) |
Unter anderen einen Wallfahrtstag für Motorradfahrer (immer am Pfingstsamstag), eine Fahrradwallfahrt besonders für Familien mit Kindern (2. Samstag im September), einen Jugendwallfahrtstag sowie einen Wallfahrtstag für Erstkommunionkinder, der von vielen Pfarreien wahrgenommen wird, ist Walldürn doch ein eucharistischer Wallfahrtsort.
Neben den Traditionellen Wallfahrtstagen wie Heimatvertriebene, Senioren-, Frauen- Krankenwallfahrt wird auch die Ökumene gefördert und gelebt; z.B. mit einem Gottesdienst im byzantinischen Ritus.
So bleibt das ereignisreiche Geschehen um die Walldürner Wallfahrt bis heute lebendig und die Verehrung des Heiligen Blutes wird auch für künftige Generationen ein Ort der Besinnung sowie ein Ort sein, an dem Menschen sich Kraft schöpfen können für ihr Leben.
Das gesamte Pfarr- und Wallfahrtsteam hat sich den Satz von Papst Johannes XXIII. "Tradition heißt: Das Feuer hüten und nicht die Asche aufbewahren", auf die Fahne geschrieben und möchte die Gesamtheit des Glaubens, Wissens, der Fähigkeiten und der Verhaltensweisen von einer Generation zur nächsten weitergeben".
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