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Großer Blutfeiertag am 18.06.2009
Tausende Gläubige bei Pontifikalamt und der Prozession in Walldürn
"Wo Gott ist, da ist auch das Leben"
Der Große Blutfeiertag war auch in diesem Jahr wieder einer der Höhepunkte der Wallfahrt zum Heiligen Blut. Zahlreiche Gläubige hatten sich zum festlichen Pontifikalamt versammelt, Basilika und Wallfahrtsplatz waren überfüllt. Die Predigt beim Pontifikalamt hielt Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer. Er stellte die Gemeinschaft im Glauben und die Liebe Gottes zu den Menschen in den Mittelpunkt seiner Predigt. Der Gottesdienst wurde von Kirchenmusikerin Katrin Kirchgeßner an der Orgel, Chor und Orchester musikalisch umrahmt.

40 Konzelebranten und die Ministranten holten den Geistlichen am Heimatmuseum - dem Ausweichquartier während des Umbaus des Pfarrhauses - ab. Durch die voll besetzte Basilika zog der Bischof über den überfüllten Wallfahrtsplatz zum Freialtar.

Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula, OFM conv., begrüßte zum Pontifikalamt neben den zahlreichen Gläubigen den Pfarrgemeinderat mit dessen Vorsitzendem Wolfgang Eisenhauer an der Spitze, Bürgermeister Markus Günther und die Vertreter des Gemeinderates, Landrat Dr. Achim Brötel, die Vertreter von Institutionen, Behörden und Vereinen sowie über 40 Pilgergruppen.

Er erinnerte an das Leitwort der Wallfahrt "Durch sein Blut haben wir Erlösung". Diese Erlösung sei ein Geschenk Gottes. Er wünschte den Gläubigen an diesem Tag, dass sie gestärkt durch dieses Geschenk Gottes an dieser Gnadenstätte als erlöste Menschen wieder hinausziehen.

"Eine Ehre und Freude"
Bischof Wiesemann sagte zu den Gläubigen, "es ist eine Ehre und eine Freude, diesen Tag mit ihnen zu feiern." Die Erkenntnis der Hingabe Gottes an uns Menschen in Jesus Christus sei ein kostbares Geschenk. "Öffnen wir unser Herz dem lebendigen Gott", forderte er die Gottesdienstbesucher auf.

Nach den Lesungen aus dem Buch Exodus und der Offenbarung des Johannes sagte Bischof Wiesemann, das Blutwunder von Walldürn, die Feier der Eucharistie an einem solchen Ort "stellt uns vor nichts Mystisches, sondern in den sakramentalen Realismus unseres Glaubens". Das gebe Verbindlichkeit in der Beziehung zu Jesus Christus, zeige Glauben und Religiosität nicht als schwammiges Gefühl, "sondern als reale Beziehung im Bund mit Jesus Christus". Die Feier der Eucharistie, die Verehrung von Brot und Wein als Leib und Blut Christi, so der Apostel Paulus in seinen Briefen, sei realer Glaube.

Der reale Glauben fordere Verbindlichkeit. "Wir wissen, was wir in der Eucharistie empfangen. Gott will unter uns sein, er will sich mit uns verbinden. Man dürfe aber die Eucharistie nicht nivellieren, zu einem Symbol machen. "Wir müssen das Heilige heilig halten", sagte der Bischof weiter.

Das Blut Christi wurde hingegeben zur Sühne der Sünden, Gott habe seinen Sohn hingegeben. "Der lebendige Gott hat uns erlöst, deshalb können wir mit Zuversicht in die Zukunft gehen." In einer Zeit, die häufig geprägt sei von Pessimismus und Hoffnungslosigkeit sei dies eine wichtige Botschaft: "Du darfst, du kannst auf Gott vertrauen."

Der Glaube stifte Gemeinschaft, sagte Bischof Wiesemann weiter. "Die Eucharistie bringt zutiefst verankernde Gemeinschaft." In Christus sei man eine lebendige Gemeinschaft, "das Volk des neuen Bundes". In der Eucharistie sei man wirklich und real eine Gemeinschaft des Herzens mit Jesus Christus. Und weiter: "Dort wo Gott ist, da ist auch das Leben."

Nach dem Pontifikalamt zog wieder eine große Prozession durch die Straßen der geschmückten Stadt. Beschlossen wurde der Große Blutfeiertag am Abend mit der Lichterprozession.

Bericht: Ralf Marker, Fränkische Nachrichten
Bilder: Meikel Dörr, Stadt Walldürn

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